Guitarra argentina

Die Regionalzeitung «Rundschau» hat einen schönen Beitrag über das Konzert gebracht, vielen Dank! Aber lesen Sie am besten selbst:

Ein Mann, eine Gitarre und ganz viel Talent. So könnte man die sympathische Persönlichkeit des argentinischen Musikers Juan Falú auch zusammenfassen. Aber selbst das würde wohl kaum ausreichen, die facettenreichen Begabungen des 1948 in Tucumán geborenen, begnadeten und gar philosophisch versierten Künstlers auch nur annähernd in Worte fassen zu wollen. Eher scheu als Person, zurückhaltend, teils mit einem verschmitzten Lächeln auf dem Gesicht und doch sehr bestimmt, in dem, was er tut.

Ein tiefes Verständnis für die Musik

Im überaus stilvollen, akustisch hervorragenden und äusserst passenden Ambiente des Gartensaals der Villa Boveri zeigte der Gitarrist und Komponist während eines eineinhalbstündigen Konzertes einmal mehr, seine Leidenschaft und das tiefe Verständnis für die Musik seines Landes. Sein Wirken ist seit über 30 Jahren fest in der argentinischen Folklore verwurzelt, und er verbindet hingebungsvoll Werke mit klassischen und zeitgenössischen Elementen.

So nahm sich Falú am Konzertabend denn auch die Freiheit, sich nicht ganz nach dem auf dem Programmheft abgedruckten Ablauf zu halten, sondern improvisierte auch spontan das eine oder andere Stück. Einige Stücke begleitete er sogar gesanglich und liess sich auch die Gelegenheit nicht nehmen, eigene Werke vorzutragen. Seine hingebungsvolle Achtsamkeit, wie er leidenschaftlich mit den Gitarrensaiten Stimmungen und Emotionen vermittelt, ist bewundernswert. Es erstaunt denn auch nicht, dass ihn seine Konzerttätigkeit in all den Jahren in die renommiertesten Konzertsäle von über dreissig Ländern in Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika geführt hat.

Komponist, Lehrer und Komponist

Falú studierte am Conservatorio Manuel de Falla in Buenos Aires und während der Militärdiktatur lebte er zeitweise sogar im Exil in Brasilien. Nach seiner Rückkehr 1983 entwickelte er eine umfangreiche Tätigkeit als Komponist, Lehrer und Interpret. Für seine Leistungen erhielt Juan Falú die bedeutendsten Auszeichnungen Argentiniens, unter anderem den Nationalen Musikpreis, den Clarin-Award, den Gardel-Preis und die Ehrung als herausragende, argentinische Persönlichkeit der Kultur. Ab einer gewissen Lebensreife kann man das ständige Bedürfnis, sich zu verwirklichen, beiseite lassen und sich lediglich darauf konzentrieren, was einem gut bekommt. Juan Falú ist der beste Beweis dafür.

«Schön, dass wir die diesjährige Saison mit einem weiteren hochstehenden Konzert abschliessen konnten», freut sich Andres Jordi von den «Badener Meisterkonzerten». Bereits laufen die Vorbereitungen für das nächste Jahr. Für das fünfjährige Jubiläum der Konzertreihe haben die Veranstalter einige besondere musikalische Leckerbissen geplant. So kommt etwa der renommierte Lautenist Edin Karamazov, mit dem auch der Popstar Sting zusammenarbeitet, am 26. Mai 2018 nach Baden.

www.effingermedien.ch/region/saisonende-mit-argentinischen-klaengen/

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